ESRS E5 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Die KION Group steuert das wesentliche Thema „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“ über das strategische Handlungsfeld „Circularity“.
Auswirkungen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5 SBM-3)
Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden positive sowie negative Auswirkungen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft als wesentlich bewertet.
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Wertschöpfungskette |
Zeitraum |
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Unterthema |
IRO |
Vorgelagert |
Eigene Geschäftstätigkeit |
Nachgelagert |
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Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung |
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Erschöpfung natürlicher Ressourcen |
Auswirkung (–) |
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Verwendung von recycelten Materialien und Komponenten |
Auswirkung (+) |
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Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen |
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Nichtzirkuläres Produktportfolio |
Auswirkung (–) |
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Aufbereitung von Produkten |
Auswirkung (+) |
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Abfälle |
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Verpackungsabfälle |
Auswirkung (–) |
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Abfälle aus dem eigenen Betrieb |
Auswirkung (–) |
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Erschöpfung natürlicher Ressourcen (negative Auswirkung)
Die KION Group hat als wesentliche negative Auswirkung den Verbrauch natürlicher Ressourcen durch die Verwendung verschiedener Rohstoffe, Vormaterialien und seltener Erdmetalle identifiziert. In einer linearen Wirtschaft kann die Erschöpfung natürlicher Ressourcen langfristige Folgen für Umwelt und Gesellschaft haben, etwa die Zerstörung von Ökosystemen oder Wasserknappheit, sowie volatile Rohstoffpreise mit gesamtwirtschaftlichen Belastungen. Das Geschäftsmodell der KION Group basiert auf der Herstellung von Produkten, für die verschiedene Rohstoffe und Komponenten benötigt werden und ist damit unmittelbar von deren Verfügbarkeit abhängig. Zur Minderung der Erschöpfung natürlicher Ressourcen kann die KION Group über nachhaltige Beschaffung (zum Beispiel über den Einkauf recycelter Materialien) direkt Einfluss nehmen.
Verwendung von recycelten Materialien und Komponenten (positive Auswirkung)
Neben neu gewonnenen Ressourcen nutzt die KION Group für die Produktion auch Rohstoffe mit Rezyklatanteil, wie zum Beispiel Stahl und Eisen, wodurch natürliche und knappe Umweltressourcen geschont sowie die Ökosysteme entlastet werden. Dies trägt zur Verringerung potenzieller Umweltbelastungen und zur Reduktion von THG-Emissionen bei, die mit dem Abbau neuer Rohstoffe verbunden sind. Die Nutzung von Rezyklaten und wiederaufbereiteten Komponenten ist für die KION Group ein wachstumsrelevanter Bestandteil ihres Geschäftsmodells und stärkt die Versorgungssicherheit mit Materialien. Für die Umsetzung sind Anpassungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette erforderlich, die durch entsprechende Beschaffungsstrategien der KION Group unterstützt werden.
Nichtzirkuläres Produktportfolio (negative Auswirkung)
Die KION Group hat den Beitrag zu einer linearen Ressourcennutzung durch ein Produktdesign, das einem linearen Lebenszyklus folgt, als wesentliche negative Auswirkung ihrer Geschäftstätigkeit identifiziert. Produkte in einem nichtzirkulären Produktportfolio bestehen häufig aus Materialien, Verbundstoffen und Komponenten, deren Recyclingfähigkeit erschwert ist. Dadurch gehen wertvolle Rohstoffe im Wertstoffkreislauf verloren, was sowohl die Erschöpfung natürlicher Ressourcen bedingt als auch die Entsorgung dieser Produkte aufwendig und kostenintensiv gestaltet. Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeiten übt die KION Group einen direkten Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung des Produktportfolios einschließlich der Zusammensetzung und der Eigenschaften seiner Produkte und Lösungen aus. Gleichzeitig ist die KION Group abhängig von auf dem Markt verfügbaren Alternativen, um gleichbleibende Eigenschaften der Produkte mit recycelten Materialien zu erzielen.
Aufbereitung von Produkten (positive Auswirkung)
Durch die Berücksichtigung von Kriterien wie Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Zugänglichkeit sowie einem hohen Anteil an recycelbaren Materialien kann die KION Group eine potenziell nachhaltige Produktgestaltung sicherstellen, sodass Produkte einfacher wiederverwendet und aufbereitet werden können. Da wertvolle Ressourcen und THG-Emissionen bei der Beschaffung und in der Produktion eingespart werden, kann sich dies positiv auf die Ökosysteme und Artenvielfalt auswirken. Die Aufbereitung von Staplern und Lagertechnikgeräten sowie die Modernisierung von installierten Lieferkettenlösungen bei Kunden sind Teil des Geschäftsmodells der KION Group. Die Flurförderzeuge des Segments Industrial Trucks & Services, die im wirtschaftlichen Eigentum der KION Group verbleiben, werden wiederholt an Kunden vermietet, zwischen Einsätzen bei Bedarf aufgearbeitet oder nach der Aufbereitung an Händler und Kunden verkauft. Im Segment Supply Chain Solutions werden Anlagen instandgehalten oder mit Upgrades versehen, wobei ältere Technik ausgetauscht und durch neue, effizientere Technologie ersetzt wird.
Verpackungsabfälle (negative Auswirkung)
Als wesentliche negative Auswirkung wurde das Entstehen von Verpackungsabfällen im Rahmen der Geschäftstätigkeit der KION Group ermittelt. Die KION Group arbeitet mit komplexen Produkten und Anlagen, die entlang der Wertschöpfungskette in großen Mengen umgeschlagen werden. Dadurch entstehen Verpackungsabfälle durch die Beschaffung von Waren in der Lieferkette, während der eigenen Produktion sowie durch den Aufbau von Anlagen, die Nutzung von Produkten und Lösungen bei Kunden sowie die Versendung von Ersatzteilen. Auf verschiedenen Kunststoffarten basierende Verpackungsabfälle sind schwer recycelbar. Unsachgemäß entsorgte Verpackungsabfälle belasten die Umwelt, insbesondere die Meere. Sie führen zum Verlust biologischer Vielfalt und können Menschen gefährden, indem Mikroplastik über die Nahrung in den menschlichen Körper gelangt.
Abfälle aus dem eigenen Betrieb (negative Auswirkung)
Abfälle aus dem eigenen Betrieb der KION Group wurden als eine weitere wesentliche negative Auswirkung identifiziert. Insbesondere nicht recycelbare Abfälle, wie beispielsweise Mischabfälle aus Abbrucharbeiten oder gefährliche Abfälle aus der Produktion – etwa Lackierrückstände sowie ölbehaftete Arbeitsmittel und ausgetauschte Komponenten – stellen hierbei eine besondere Herausforderung dar. Bei einer nicht ordnungsgemäßen Entsorgung besteht das Risiko, dass Abfälle in die Umwelt gelangen, Böden und Gewässer verunreinigen und dadurch die dort lebenden Tiere und Pflanzen gefährden.
Konzepte im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5‑1)
Im folgenden Unterkapitel wird ein wesentliches Konzept der KION Group im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft behandelt.
Das Handlungsfeld „Circularity“ wird im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der KION Group stetig weiterentwickelt und eine Etablierung des Handlungsfelds im gesamten Konzernverbund geplant, unter anderem auch mit dem Ziel, die verwerteten Abfälle kontinuierlich bis 2030 auszubauen. Der Fokus lag in den vergangenen Jahren auf der internen Kommunikation und Netzwerkbildung sowie dem Aufbau des Handlungsfelds. Für die beiden Segmente Industrial Trucks & Services und Supply Chain Solutions wird schrittweise eine umfassende Kreislaufstrategie mit entsprechenden Zielen, Kennzahlen und einem Aktionsplan erarbeitet (siehe hierzu „Strategieziele und Zielerreichung im Geschäftsjahr 2025“).
Für die Unterthemen Ressourcenzuflüsse und Ressourcenabflüsse existiert daher derzeit noch kein konzernweit einheitliches Konzept zur zentralen Steuerung.
Health, Safety, and Environment Standard
Das Management des Unterthemas „Abfälle“ ist Gegenstand des KION HSE-Standards. Dieser regelt neben dem Umweltschutz auch verschiedene weitere Bereiche, wie beispielsweise Gesundheits- und Sicherheitsaspekte. Innerhalb des Kapitels Umweltschutz werden unterschiedliche Aspekte wie Trainings, Risikobewertung, Audits, Abfallmanagement, Verpackungs- und Materialmanagement, Abfallrecycling sowie Klimaschutz, Emissionen und Ableitung flüssiger Chemikalien adressiert. Weitere Informationen zur grundsätzlichen Anwendung des HSE-Standards sind in dem Kapitel „Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung“ zu finden.
Der HSE-Standard formuliert die Anforderung, dass alle lokalen Standorte Abfälle, Emissionen und den Einsatz von Gefahrstoffen in Übereinstimmung mit dem nationalen Recht und ISO 14001 oder einer gleichwertigen Zertifizierung kontrollieren und auf ein Minimum beschränken müssen. Zusätzlich gibt der Standard vor, dass die Logistik in Abstimmung mit der Einkaufsabteilung Verpackungen so gestaltet, dass Materialeinsatz und Abfallaufkommen minimiert sowie vor- bzw. nachgelagerter Energieverbrauch reduziert werden. Der HSE-Standard sieht vor, dass an allen Standorten des Konzerns Programme zur regelmäßigen Sammlung und fachgerechten Entsorgung gefährlicher und nicht gefährlicher Abfälle eingerichtet werden. Für diese Aufgaben werden ausschließlich qualifizierte und gemäß den nationalen gesetzlichen Anforderungen zertifizierte Auftragnehmer eingesetzt.
Über die wesentlichen IROs hinaus wurden im Berichtsjahr weitere Aspekte wie die Abkehr von der Nutzung von Primärrohstoffen, die relative Zunahme der Nutzung recycelter Ressourcen, die nachhaltige Beschaffung sowie die Nutzung erneuerbarer Ressourcen nicht über den HSE-Standard oder andere Konzepte abgedeckt.
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5-2)
In den folgenden Unterkapiteln werden wesentliche Maßnahmen der KION Group im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft behandelt. Dabei setzt die KION Group insbesondere auf die Aufbereitung gebrauchter Flurförderzeuge, das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien und die Verbesserung des Abfallmanagements. Beispielsweise wurde im Berichtsjahr 2025 eine produktbezogene Initiative, die Cradle-to-Cradle-Zertifizierung des Dematic Multishuttle® 2 (Bronze), umgesetzt. Des Weiteren wurde ein Training zu Umwelt- und Klimaschutz implementiert sowie mit der Einführung eines Abfallhandbuchs begonnen.
Aufbereitung gebrauchter Flurförderzeuge
Der Prozess der Aufbereitung umfasst die Demontage, den Austausch von Verschleißteilen, die Neulackierung und Remontage. Dabei werden gebrauchte Geräte, insbesondere Leasingrückläufer, nach einem ersten Lebenszyklus von etwa fünf Jahren sorgfältig geprüft und in einem standardisierten Verfahren wieder aufgearbeitet.
In den Vertriebs- und Serviceorganisationen von KION ITS EMEA betreibt die KION Group Aufbereitungszentren an den Standorten in Barcelona (Spanien), Lainate (Italien), Stuhr (Deutschland), Örebro (Schweden), Posen (Polen) und Çerkezköy (Türkei).
In Velké Bílovice (Tschechien) wurde im April 2024 mit der Erweiterung und Industrialisierung des bestehenden Aufbereitungszentrums begonnen. Die Aufnahme des Regelbetriebs ist nach Fertigstellung Ende 2025 und einer Einlaufphase für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2025 Aktivitäten zur Wiederaufbereitung gebrauchter Geräte an den Standorten Indaiatuba (Brasilien) und Jingjiang (China) sowie den bestehenden europäischen Standorten fortgeführt.
Aufbereitung von Lithium-Ionen-Batterien
Ergänzend werden bei der KION Battery Systems GmbH (KBS), einem Tochterunternehmen der KION GROUP AG, bereits seit 2023 Lithium-Ionen-Batterien der Leasingrückläufer zentral wiederaufbereitet. Der Aufbereitungsprozess umfasst die Demontage, Modulprüfung und den Modulaustausch sowie eine abschließende Funktionsprüfung.
Darüber hinaus wurde bereits im Vorjahr ein Werkstatthandbuch zur Wiederaufbereitung von Lithium-Ionen-Batterien (48 V/90 V) erstellt, das die Werkstätten der STILL Niederlassungen in Deutschland zukünftig in die Lage versetzen soll, die Batterien je nach Zustand selbst aufzuarbeiten. Diese geplante Maßnahme einer dezentralen Aufbereitung in den Werkstätten wird derzeit erneut geprüft.
Recycling von Lithium-Ionen-Batterien
Im Berichtsjahr setzte die KION Group die im Jahr 2023 gestartete strategische Partnerschaft mit der Li-Cycle Holdings Corp. fort. Der mit dem Unternehmen geschlossene Kooperationsvertrag zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien ermöglicht die ressourcenschonende Rückgewinnung eines Großteils der Materialien der bei KION ITS EMEA eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien. So können insbesondere die enthaltenen kritischen Mineralien bei der Herstellung neuer Batterien wiederverwertet werden.
Im Berichtsjahr wurde eine webbasierte Applikation entwickelt, um weitere Konzerngesellschaften an den Rückgabeprozess anzuschließen und den Rückgabeprozess zu vereinfachen. Diese Lösung digitalisiert und beschleunigt den Rückgabeprozess und schafft gleichzeitig die Grundlage für eine umfassende End-of-Life-Dokumentation. Die Prozessverbesserungen sowie die konsequente Fortsetzung der internen Kommunikation im Netzwerk führten zu einem weiteren Anstieg der Menge recycelten Materials im Jahr 2025, nachdem bereits im Jahr 2024 eine deutliche Steigerung erzielt worden war.
Mit der Eröffnung des neuen Energie-Kompetenzzentrums am Standort Hamburg hat die KION Group Mitte Oktober die erste Produktionslinie der neuen Lithium-Ionen-Batterie erfolgreich in Betrieb genommen. Weitere Fertigungslinien sind sukzessive geplant, um die Kapazitäten kontinuierlich auszubauen. Nach ihrer Nutzungsphase können die Batterien über Li-Cycle einem nachhaltigen Recyclingprozess zugeführt werden.
Zirkuläre Prozessoptimierungen
Im Segment Supply Chain Solutions hat Dematic mit dem am Standort in Stříbro gefertigten Multishuttle® 2 einen wichtigen Meilenstein zur Integration von Kreislaufprozessen in Produkten erreicht: Im Juni 2025 wurde das System mit dem Siegel „Cradle to Cradle Certified® Bronze“ ausgezeichnet.
Die Zertifizierung erfordert eine ganzheitliche Betrachtung entlang des gesamten Produktlebenszyklus sowie ein hohes Maß an Transparenz und eine enge Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette. Sie ist zudem eng mit Verbesserungsstrategien verknüpft, die im Rahmen der regelmäßigen Rezertifizierung alle drei Jahre überprüft werden.
Verbesserung des Abfallmanagements
Im Segment Supply Chain Solutions wurden während des Berichtsjahres Maßnahmen eingeleitet, die positive Beiträge zur Verringerung des Abfallaufkommens und zur Erhöhung der Wiederverwertung leisten sollen. Bereits im Jahr 2024 wurde das „Installation Waste Management Team“ etabliert, das sich mit dem Bereich Abfallvermeidung befasst. Im Rahmen turnusmäßiger Sitzungen werden Potenziale zur Reduzierung des Abfallaufkommens an Kundenstandorten identifiziert und entsprechende Strategien entwickelt. Zusätzlich wurden im Berichtsjahr Leitlinien zum Recycling von Paletten sowie für das Abfallmanagement aufgesetzt und an die Installationsmitarbeiter am Kundenstandort verteilt. Mögliche Schritte umfassen die Identifikation und die Zusammenstellung geeigneter Recyclingpartner, die Bewertung der Abfallentsorgungspraktiken am Standort sowie daraus abgeleitet die Erstellung strategischer Abfallentsorgungspläne. Insgesamt strebt die KION Group damit den Ausbau der Recycling- und Abfallmanagementkapazitäten der Anlagen an.
Darüber hinaus wurde bereits im Vorjahr eine Anleitung zur Standortabfallbewertung und Ableitung von Maßnahmen im Segment Supply Chain Solutions entwickelt. Sie wird kontinuierlich aktualisiert und durch Workshops des „Dematic Sustainability Champions Network (DSCN)“ ergänzt, um den Ausbau der Recycling- und Abfallmanagementkapazitäten an den Dematic Standorten gezielt zu fördern. Angesichts der heterogenen Ausgangsbedingungen an den Standorten, bedingt durch regionale Vorgaben oder spezifische Abfallarten, sind individualisierte Herangehensweisen unerlässlich. Die Anleitung ermöglicht eine präzise Bewertung der lokalen Abfallströme und bietet konkrete Empfehlungen für Aktionspläne sowie die Implementierung einer nachhaltigen Abfallwirtschaft.
Im Segment Industrial Trucks & Services wurde im Berichtsjahr die Entwicklung eines Abfallhandbuchs initiiert, das im Jahr 2026 fertiggestellt werden soll. Dieses Handbuch fokussiert sich auf einen deutschen Standort und soll sukzessive ausgerollt werden. Die Zielsetzung dieser Maßnahme ist, das Bewusstsein der Mitarbeiter für Abfallmanagement zu schärfen sowie den ordnungsgemäßen Umgang und die korrekte Trennung von Abfällen nachhaltig zu verbessern.
Dematic Training zu Umwelt- und Klimaschutz
Im Berichtsjahr wurde im Segment Supply Chain Solutions das Training zu Umwelt- und Klimaschutz umfassend überarbeitet und enthält aktualisierte Inhalte zu Klima, Energie und Abfallrecycling. Die Schulung zielt darauf ab, Dematic Mitarbeiter für umweltrelevante Betriebsaspekte zu sensibilisieren, nachhaltige Praktiken am Arbeitsplatz zu fördern und die ökologische Bilanz der Geschäftstätigkeit zu verbessern. Dieses Training ist für alle Dematic Mitarbeiter im Bereich HSE verbindlich und darüber hinaus für alle Mitarbeiter in der KION Learning Academy zugänglich. Um eine breite Reichweite in der Belegschaft zu gewährleisten, steht die Schulung in sieben Sprachen zur Verfügung.
Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5-3)
In dem folgenden Unterkapitel wird die wesentliche Zielsetzung der KION Group im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft behandelt.
Steigerung der Wiederverwertung von Abfällen
Für das Unterthema „Abfälle“ hat sich die KION Group das Ziel gesetzt, den wiederverwerteten Anteil ihres produzierten Abfalls am Gesamtabfallaufkommen signifikant zu erhöhen. Dafür wurde das Ziel zur Erhöhung der Quote an verwerteten Abfällen bei eigenen Betriebstätigkeiten strategisch verankert. Dieses Ziel knüpft unmittelbar an die Vorgaben des konzernweiten HSE-Standards an, der ein wirksames Recyclingprogramm für alle Standorte fordert, um die Recyclingquote der lokalen Organisationen kontinuierlich zu verbessern.
Der für 2030 angestrebte Zielquote für die verwerteten Abfälle im eigenen Betrieb liegt bei mindestens 85 Prozent für die KION Group.
In der Abfallhierarchie bezieht sich das Ziel auf die Ebenen „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ und „Recycling“. Die Zielsetzung erfolgte freiwillig und ist nicht Teil gesetzlicher Verpflichtungen (siehe hierzu „Strategieziele und Zielerreichung im Geschäftsjahr 2025“).
Diese wurde gemeinsam mit den HSE-Experten der KION Group entwickelt, die über ausgewiesene Fachkenntnisse im Bereich Abfallmanagement verfügen. Da eine Prognose des künftig anfallenden Abfalls derzeit nicht möglich ist, stützt sie sich auf Absolutwerte aus dem Jahr 2023 sowie Erfahrungswerte der vergangenen Jahre. Dabei definieren die jeweiligen operativen Einheiten über einen Bottom-up-Ansatz ihre individuellen Ziele in Prozent. Diese Ergebnisse werden über die Absolutwerte zu einem konzernweiten Ziel aggregiert. Insbesondere bei Umbau- und Neubauarbeiten an Gebäuden und Fabriken kann es zu erheblichen Mengen an Abfall kommen, die nicht wiederverwertet werden können. Sind solche Maßnahmen an Standorten der operativen Einheiten geplant, werden sie in die Zielplanung mit einbezogen, auch wenn genaue Abfallmengen nicht im Voraus bestimmt werden können.
Die Zielerreichung wird durch das konsolidierte HSE-Reporting aller Standorte überwacht, wobei die operativen Einheiten in der Verantwortung stehen. Die jährliche Datenerhebung ermöglicht eine detaillierte Trendanalyse. Basierend auf den vorliegenden Daten des Jahres 2025 befindet sich die KION Group auf Kurs, das für 2030 definierte Ziel zu erreichen. Für 2025 konnte der Anteil der verwertbaren Abfälle auf 79,9 Prozent erhöht werden (Vorjahr: 77,8 Prozent).
Bezogen auf die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen zu den Unterthemen Ressourcenzuflüsse und -abflüsse existiert derzeit weder ein messbares, ergebnisorientiertes noch zeitgebundenes Ziel, das als zentrale Steuerungsgröße genutzt wird. Der Fokus lag im Jahr 2025 weiterhin auf der Erhöhung der internen Transparenz und der Evaluierung verschiedener Kennzahlen.
Ressourcenzuflüsse und -abflüsse (E5-4; E5-5)
Neben allgemeinen Informationen zu Ressourcenzuflüssen und -abflüssen bei der KION Group werden in den folgenden Unterkapiteln wesentliche Kennzahlen der KION Group in diesem Zusammenhang behandelt.
Das Produktportfolio der KION Group erfordert im Herstellungsprozess den Einsatz diverser Materialien. Diese bestehen überwiegend aus Stahl und Eisen, um Komponenten wie Masten, Kabinen, Gegengewichte oder Teile für Lagersysteme, Förderanlagen und Sortiersysteme zu fertigen. In die Produktion fließen darüber hinaus weitere Halbfertigteile und Prozessmaterialien ein. Dazu gehören Chemikalien wie Lacke, Pulverbeschichtungen sowie Öl und Schmiermittel. Zudem werden verschiedene Arten von Plastik und Gummi sowie Elektronik verwendet. Für die Flurförderzeuge werden Batterien eigengefertigt oder zugekauft. Des Weiteren werden bei der Versendung von Ersatzteilen und der Anlieferung von Anlagenteilen an die Kunden Verpackungsmaterialien wie Holz, Karton und Folien genutzt.
Haltbarkeit
Die Haltbarkeit und Reparierbarkeit der Produkte der KION Group werden bereits im Produktentstehungsprozess als notwendige Eigenschaften berücksichtigt. Im Segment Industrial Trucks & Services sind die hergestellten Gegengewichtsstapler und Lagertechnikgeräte auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Die Widerstandsfähigkeit der Flurförderzeuge wird durch ihre überwiegende Fertigung aus Stahl und Eisen gewährleistet. Dadurch erreichen sie hohe Betriebsstundenzahlen, die je nach individuellem kundenseitigen Anwendungsfall und Produktkonfiguration variieren können. Die Anlagen des Segments Supply Chain Solutions bestehen ebenfalls zu einem hohen Anteil aus Stahl, um eine Robustheit und Langlebigkeit von vielen Jahren zu erreichen. Der modulare Aufbau ermöglicht eine flexible Anpassung und Erweiterung der Systeme, um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden.
Auch im Jahr 2025 ist für die erwartete Haltbarkeit der von der KION Group hergestellten Produkte kein allgemein anerkannter Branchendurchschnitt verfügbar, weder für spezifische Produkte noch auf einer übergreifenden Ebene.
Reparierbarkeit und Wiederaufarbeitung
Die Produkte der KION Group sind darauf ausgelegt, eine höchstmögliche Betriebsbereitschaft bei den Kunden zu gewährleisten, da Ausfälle von Anlagen oder Flurförderzeugen erhebliche Kosten verursachen können. Bei einem Stillstand ist sicherzustellen, dass Techniker schnell zur Reparaturstelle gelangen können, was einen unkomplizierten und sicheren Zugang voraussetzt. Daher hat die KION Group die hohe Reparaturfähigkeit und langfristige Nutzung zu einem zentralen Anliegen erklärt. Dies bildet die wesentliche Grundlage für das Service-Geschäftsmodell.
Ein Bewertungssystem zur Reparierbarkeit von Produkten und Anlagen der KION Group existiert nicht. Jedoch ist die hohe Reparierbarkeit ein wichtiger Faktor für ihre Nachhaltigkeit. Dies zeigt sich durch verschiedene Indikatoren wie die lange Ersatzteilverfügbarkeit, auf den Kunden zugeschnittene Serviceverträge und den modularen Produktaufbau. Auch die schnelle Erreichbarkeit der Reparaturstelle, die leichte Demontage mit standardisierten Werkzeugen sowie die Installationsmöglichkeit von Upgrades und Verbesserungen von Softwarelösungen tragen dazu bei, dass Reparaturen schnell durchgeführt werden können. Durch diese Maßnahmen kann sichergestellt werden, dass die Produkte und Anlagen länger nutzbar sind und somit Ressourcen geschont werden.
Die Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte der KION Group ermöglichen es, dass insbesondere Flurförderzeuge nach ihrem ersten Einsatz beim Kunden aufbereitet werden können. Dadurch besteht die Möglichkeit, sie als Miet- oder Gebrauchsgeräte erneut zu nutzen.
Recycling
Die Produkte der KION Group zeichnen sich durch eine hohe Recyclingfähigkeit aus. Beispielsweise können die Gegengewichte der Gabelstapler aufgrund ihres hohen Anteils an Eisen gut eingeschmolzen werden. Zudem wurden gezielte Maßnahmen zur Optimierung von Recyclingprozessen, insbesondere bei Lithium-Ionen-Batterien, umgesetzt.
Kennzahlen zu Ressourcenzuflüssen und -abflüssen
Die im Folgenden berichteten und erläuterten Kennzahlen zu Ressourcenzuflüssen und ‑abflüssen beruhen auf definierten Methoden, wesentlichen Annahmen sowie auf Schätzungen, die mit Ergebnisunsicherheiten verbunden sind.
in Tonnen (t) und in % |
2025 |
20242 |
Veränderung |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|
Ressourcenzuflüsse |
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Gesamtgewicht der verwendeten Produkte und technischer und biologischer Materialien (einschließlich Verpackungen)1(t) |
976.437 |
917.247 |
6,5 % |
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Gewicht der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten und Materialien in der Produktion (t) |
331.066 |
310.582 |
6,6 % |
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Anteil der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten und Materialien in der Produktion |
33,9 % |
33,9 % |
− |
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Ressourcenabflüsse |
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Anteil der recycelbaren Produkte und ihrer Verpackungen |
54,2 % |
54,3 % |
− |
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Die Kennzahl „Gesamtgewicht der verwendeten Produkte und technischer und biologischer Materialien (einschließlich Verpackungen)“ deckt alle ressourcenrelevanten Einkaufskategorien ab, wobei stets das Nettogewicht der Materialien berücksichtigt wird. Mit dem Geschäftsjahr 2025 wurde die Methodik zur Ermittlung der Gewichtsangaben der eingekauften Materialien weiterentwickelt, um eine höhere Datenkonsistenz sicherzustellen. Infolge dieser Methodenänderung wurde der Vorjahreswert für das Gesamtgewicht der verwendeten Produkte und technischen Materialien rückwirkend von ursprünglich 989.509 Tonnen auf 917.247 Tonnen angepasst; dies entspricht einer Reduktion um 72.262 Tonnen gegenüber dem im Vorjahr berichteten Gesamtgewicht. Durch den Einbezug der Umsatzerlöse des Servicegeschäfts der KION Group hat sich durch diese geänderte Methodik auch der Wert des Gewichts der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten und Materialien von 281.251 Tonnen (Anteil: 28,4 Prozent) des Gesamtgewichts auf 310.582 Tonnen (Anteil: 33,9 Prozent) erhöht; dies entspricht einer Anpassung um 29.331 Tonnen gegenüber dem im Vorjahr berichteten Wert. Des Weiteren hat sich durch diese Methodenänderung auch der Anteil der recyclebaren Produkte und ihrer Verpackungen im Vorjahr von ursprünglich 48,5 Prozent um 5,8 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent erhöht. Als primäre Datenquelle für die Erhebung dieser Kennzahl werden die verkauften Modellreihen, intern dokumentierte und das Produktportfolio abbildende Life-Cycle-Assessments (LCAs) sowie die Umsatzerlöse der Segmente zur Ermittlung des Gesamtgewichts herangezogen.
Das Gesamtgewicht für das Segment Industrial Trucks & Services wurde mittels der verfügbaren Gewichtsdaten aus den LCAs (kg pro Flurförderzeug) mit einem Durchschnittswert auf die verkauften Produktklassen der letzten drei Jahre proportional hochgerechnet.
Für das Segment Supply Chain Solutions wurde das Gesamtgewicht mangels Datenverfügbarkeit von Bestellmengen auf Basis der Umsatzerlöse spezifischer Produktkategorien von Supply Chain Solutions und Industrial Trucks & Services ermittelt. Daneben wurden auch das Ersatzteilgeschäft sowie die recyclingfähigen Stoffe in den Produkten bei der Hochrechnung für den Konzern berücksichtigt. Aufgrund der eingeschränkten Verwendung von Verpackungen bei Flurförderzeugen und Supply-Chain-Lösungen wurde der Anteil auf Basis von internen Berechnungen und Kosten-Nutzen-Aspekten als vernachlässigbar eingestuft.
Die verwendeten biologischen Materialien für die Herstellung der Produkte der KION Group wurden als nicht relevant eingestuft, da eine Analyse der Einkaufsdaten ergab, dass die Gesamtmenge unterhalb der definierten Wesentlichkeitsschwelle lag.
Eine Schätzunsicherheit bei der Bestimmung des Gesamtgewichts der eingesetzten Produkte und Materialien ergibt sich daraus, dass die Gewichtsangaben der Modellreihen nicht vollumfänglich über die dokumentierten LCAs das gesamte Produktportfolio an Flurförderzeugen abgedeckt werden und für Supply Chain Solutions eine Hochrechnung erfolgt.
Für die Kennzahlen zum „Gewicht der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten und Materialien in der Produktion“ sowie „Anteil der recycelbaren Produkte und deren Verpackungen“ dient jeweils das Gesamtgewicht der verwendeten Materialien sowie die Detailinformationen in den dokumentierten LCAs als Basis für die Berechnung. Aufgrund der fehlenden Datenverfügbarkeit in der vorgelagerten Wertschöpfungskette ergibt sich bei beiden Kennzahlen eine Messunsicherheit, weshalb der DERA-Recyclingatlas der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie Daten des Bureau of International Recycling als Grundlage für die globalen Durchschnittswerte herangezogen werden. Im Geschäftsjahr wurden für diese Kennzahlen nach Analyse der Materialgruppen insbesondere Stahl und Eisen als wesentliche bezogene Materialien bewertet. Die KION Group plant jedoch, künftig zusätzliche Materialgruppen systematisch zu bewerten und entsprechende Durchschnittswerte zu ermitteln.
Für die Kennzahl zum „Anteil der recycelbaren Produkte und deren Verpackungen“ wird die »Recyclingfähigkeit anhand globaler Durchschnittswerte berechnet, basierend auf dem OECD-Report „Global Material Resources Outlook to 2060“, der ebenfalls im DERA-Recyclingatlas Anwendung findet.« Für nicht erfasste Materialien werden ein Recycling-Input und eine Recyclingfähigkeit von null angenommen, da keine verlässlichen Referenzwerte vorliegen.
Kennzahlen zum Abfallaufkommen
Als Maschinenbauunternehmen resultieren die Abfälle der KION Group überwiegend aus dem Materialstrom Metallschrott. Im Berichtszeitraum 2025 entfiel zudem ein bedeutender Anteil auf Abfälle aus den Gießereien. Darüber hinaus entstanden Verpackungsabfälle, wie zum Beispiel Holz.
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2025 |
2024 |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|
in Tonnen (t) |
Nicht gefährlich |
Gefährlich |
Gesamt |
Nicht gefährlich |
Gefährlich |
Gesamt |
Veränderung |
Gesamtmenge des Abfallaufkommens |
67.593 |
16.046 |
83.639 |
68.620 |
15.826 |
84.446 |
–1,0 % |
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Abfallmenge zur Verwertung gesamt |
55.352 |
11.470 |
66.821 |
54.605 |
11.055 |
65.660 |
1,8 % |
Vorbereitet zur Wiederverwendung |
3.724 |
1.105 |
4.829 |
3.840 |
950 |
4.790 |
0,8 % |
Recycling |
40.398 |
9.066 |
49.463 |
38.360 |
8.880 |
47.240 |
4,7 % |
Andere Verwertungsmethoden |
11.230 |
1.299 |
12.529 |
12.406 |
1.224 |
13.630 |
–8,1 % |
Verwerteter Abfall (in %) |
81,9 % |
71,5 % |
79,9 % |
79,6 % |
69,9 % |
77,8 % |
− |
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|
Abfallbehandlung zur Beseitigung gesamt |
12.241 |
4.577 |
16.818 |
14.015 |
4.771 |
18.786 |
–10,5 % |
Verbrennung |
2.532 |
784 |
3.315 |
2.418 |
696 |
3.113 |
6,5 % |
Deponierung |
6.899 |
1.618 |
8.517 |
8.678 |
1.672 |
10.350 |
–17,7 % |
Sonstige Arten der Beseitigung |
2.811 |
2.175 |
4.985 |
2.920 |
2.403 |
5.323 |
–6,3 % |
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|
Gesamtmenge nicht recycelter Abfälle |
27.195 |
6.981 |
34.176 |
30.261 |
6.945 |
37.206 |
–8,1 % |
Anteil nicht recycelter Abfälle (in %) |
40,2 % |
43,5 % |
40,9 % |
44,1 % |
43,9 % |
44,1 % |
− |